Roque Bentaiga

 

Der Monolith des Roque Bentaiga erhebt sich mit seiner imposanten Höhe von 1.412 Metern südwestlich von Tejeda. Der Monolith ist ein Überrest eines früheren Vulkanschlots – ebenso wie der Roque Nublo, der etwas höher ist. Der Roque Bentaiga befindet sich im Zentrum des Vulkankraters Caldera de Tejeda. Die Bezeichnung Bentaiga stammt aus dem Wortschatz der Guanchen – der Ur-Canarios – und bedeutet übersetzt in etwa „mit dem Blick von oben herab“. Der Basaltmonolith Roque Bentaiga war ein Heiligtum der Guanchen – vor dem Monolith befindet sich ein großes Rechteck, das aus dem Fels geschlagen worden war. Tiefe Rillen führen in die kreisrunde Mitte des Rechtecks. Vermutlich war dies eine der religiösen Kultstätten der Guanchen. Historiker gehen davon aus, dass die Rinnen zum Ablauf von Milch oder Tierblut dienten und dort Opferrituale praktiziert wurden, um den bösen Dämon oder aborac, den Gott der Ureinwohner günstig zu stimmen. Der Platz wurde von den Ur-Canarios perfekt gewählt – zur Tag und Nacht Gleiche zeigt sich hier ein faszinierendes Naturschauspiel. Der Sonnenaufgang genau in der Einkerbung eines V-förmigen Felsens sorgt für faszinierende optische Eindrücke auf der rituellen Opferstätte – dem almogaren.
Der Roque Bentaiga soll während der Schlachten mit den spanischen Eroberern als geheimer Zufluchtsort der Guanchen gedient haben.

 

Im Jahr 1995 entdeckte der archäologische Direkter des Kanarischen Museums altkanarische Schriftzeichen an der Hinterseite des Monolithen. Ebenfalls wurde eine große Höhle unterhalb der rituellen Opferstätte gefunden, die verschüttet under den Felsbrocken lag. Bei den Ausgrabungen gelangten die Archäologen zu uralten Höhlenwohnungen, Begräbnisstätten der Guanchen und zu früheren Scheunen und Viehgehegen.

Der Basaltmonolith kann bestiegen werden – dabei sollten feste Wanderschuhe getragen werden. Die Kletterer sollten auf keinen Fall unter Höhenangst leiden. Bis zu einer gewissen Höhe können die Wanderer den Monolithen über einen kleinen Weg erklimmen, danach gestaltet sich der Anstieg schwieriger. Viele Höhlen und Durchgänge befinden sich in der steilen Umgebung. Zur Kultstätte, dem almogaren, gelangen die Urlauber über eine Steintreppe.