Höhlen auf Gran Canaria

 

In zahlreichen Regionen Gran Canarias können Höhlen und Höhlenwohnungen der Urkanarier besucht werden. Manche der Höhlenwohnungen sind sogar heute noch bewohnt und können besichtigt werden. Das Höhlendorf Bermeja Cuevas ist unter der Sehenswürdigkeit und Landschaftsattraktion Barranco de Guayadeque beschrieben, da dies bei einer Tour durch die faszinierende Schlucht ein Highlight darstellt. Informationen über weitere Höhlenattraktionen sind nachstehend aufgeführt.

 

Cenobio de Valeron


Auf dem Montana del Gallego an der Nordküste Gran Canarias kann eine faszinierende archäologische Fundstätte besucht werden. Die Höhlenanlage Cenobio de Valeron ist mit etwa 300 Höhlen eine beeindruckende Stätte, die auf jeden Fall für alle historisch Interessierten eine Besonderheit darstellt. Der Zweck der Höhlen war über viele Jahre ein Thema unter den Archäologen, die diesen zu erforschen versuchten. Zwischenzeitlich wird als erwiesen angesehen, dass das Höhlensystem des Cenobio de Valeron den Urkanariern als Kornspeicher und Vorratskammern gedient hatte. Die Wahl der Lage der Höhlen erfolgte dabei nicht willkürlich, sondern wurde von den Guanchen im Hinblick auf die landschaftlichen und geologischen Voraussetzungen gewählt. Dabei nutzten die Urkanarier eine etwa 30 x 30 Meter große Öffnung im ehemaligen Vulkan Montana de Gallego, die durch Erosion entstanden war. In dem weichen Gestein gruben die Urkanarier die Höhlen, da diese Region ideal war, weil die Vertiefung im Berg die Lagerbestände vor Regen schützte. Die nahezu vertikale Lage der Höhlen hoch oben im Berg bot zudem ausreichend Schutz vor Plünderungen. Um die Haltbarkeit der gelagerten Lebensmittel und Getreide zu sichern, wurden die Höhlen mit einer Art Türen, die aus Holz, Stein oder Felsen bestanden, verschlossen und die verbleibenden Lücken mit einer Art Mörtel bedeckt.
Das Höhlensystem Cenobio de Valderon wird heute als Indiz gewertet, dass die Urkanarier aus dem nördlichen Afrika stammt, da dort ähnliche Höhlensysteme existieren.
Nach aufwändigen Restaurationsarbeiten und einer insgesamt verbesserten Präsentation der faszinierenden Höhlenanlage steht diese archäologische Stätte der Öffentlichkeit zur Besichtigung zur Verfügung. Neben den imposanten Eindrücken der Höhlen, die von den Ureinwohnern geschaffen worden waren, können die Urlauber vom Montana del Gallego eine atemberaubende Aussicht genießen.


Höhlen von Artenara


Artenara ist ein uriges Bergdorf, das am nördlichen Rand der Caldera de Tejeda liegt. Der ältere Teil des Bergdorfes fasziniert mit seinen Häusern, die an große Felshöhlen anschließen – dadurch wird eine Kombination aus Wohnhöhle und Haus geschaffen. Die Höhlen, von denen viele bereits seit prähistorischer Zeit existieren, wurden von den Urkanariern als Unterkünfte und Lagerstätten genutzt und dienen noch heute einigen Einheimischen als Wohnung – natürlich mit mehr Komfort als zu den vergangenen Zeiten. In Artenara können die Besucher auf den Spuren der Geschichte wandeln und sich in das Leben der Ureinwohner versetzen lassen. Der archäologische Komplex von Acusa präsentiert Höhlen, die von den Guanchen als Wohnungen oder Grabstätten genutzt wurden. Ein weiteres Highlight der Höhlen von Artenara sind die Höhlen des Herrn – las cuevas del caballero. Diese dienten den urkanarischen Schäfern als Zufluchtsort – in diesen Höhlen sind noch uralte Symbole aus den Zeiten der Ureinwohner zu bewundern. Auf dem Berg von Artenara gibt es noch eine weitere Attraktion – die Höhle der Öllampen, cueva de los candiles. 6 kleine Nischen, die in den Fels innerhalb der Höhle geschlagen wurden, sind mit zahlreichen Dreiecksfiguren der Urkanarier verziert.